Löwen-Waterloo in Nürnberg

Badener leisten sich beim HC Erlangen unzählige Ballverluste und kassieren eine herbe 26:36-Niederlage

Löwen-Waterloo in Nürnberg: Badener leisten sich beim HC Erlangen unzählige Ballverluste und kassieren eine herbe 26:36-Niederlage.
Andy Schmid bringt sich für einen Angriff in Position.

Löwen-Waterloo in Nürnberg: Cheftrainer Klaus Gärtner sprach von einer „absoluten Katastrophe“ und „Riesen-Enttäuschung“, Rekord-Löwe Patrick Groetzki sagte, „so dürfen wir uns nicht präsentieren“. Am letzten Hinrunden-Spieltag in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga haben die Rhein-Neckar Löwen ihr schlechtestes Saisonspiel abgeliefert und vom HC Erlangen eine 26:36 (14:18)-Packung bekommen. Das Motto der nächsten Tage bis zum Heimspiel am 27. Dezember gegen Hannover heißt jetzt: Aufarbeitung.

Aufarbeiten müssen die Löwen alles: In der Arena Nürnberger Versicherung sind die Badener am Donnerstagabend in allen Phasen des Spiels unterlegen. Die Abwehr: zu brav. Der Angriff: zu fehlerhaft. Die Torhüter: kein Faktor. So kann man kein Handballspiel gewinnen. Schon gar nicht in der stärksten Liga der Welt. Folgerichtig liegen die Löwen bei deutlich konzentrierter agierenden Franken nicht einmal in Führung und kassieren eine Start-Ziel-Niederlage der heftigsten Sorte.

Löwen-Waterloo in Nürnberg bahnt sich schon in Minute zwei an

Schon in Minute zwei bahnt sich das Übel an: HCE-Torwart Patrick Ziemer pariert, Sebastian Firnhaber versenkt auf der Gegenseite: 1:0. Der Erlanger Kreisläufer macht auch das 2:1 und zeigt die zentrale Sollbruchstelle in der Löwen-Defensive schmerzhaft auf (4.). Ex-Löwe Steffen Fäth bringt die Gastgeber mit dem 4:2 erstmals zwei Treffer nach vorne (6.). Nach Löwen-Ballverlust sprintet Johannes Sellin zum 5:2 (7.): Da sind es zum ersten Mal drei Tore Vorsprung für die Franken.

Löwen-Waterloo in Nürnberg: Badener leisten sich beim HC Erlangen unzählige Ballverluste und kassieren eine herbe 26:36-Niederlage.
Auszeit der Löwen in der Arena Nürnberger Versicherung.

Andy Schmid mit einem schönen Strahl und Patrick Groetzki mit feiner Klinge von rechts außen können kurz korrigieren (5:4, 9.). Der erstmals für ein Großturnier der Herren-Nationalmannschaft nominierte Christoph Steinert mit einem Doppelschlag stellt den alten Abstand wieder her (7:4, 11.). Beim 11:7 sind es dann sogar schon vier Tore (15.). Klaus Gärtner nimmt die erste Auszeit (16.). Und immerhin: Seine Männer kämpfen.

Schmid versenkt den vierten Wurf im vierten Versuch zum 12:9 (18.), Albin Lagergren legt das 12:10 nach (21.), Uwe Gensheimer das 12:11 nach der vierten Parade des Ex-Erlangers Nikolas Katsigiannis (22.). Nach der ersten Franken-Auszeit dauert es ein paar Minuten, dann zeigt sich wieder das alte Bild. Die Löwen schenken im Angriff die Bälle her, die ihnen dann postwendend in der Abwehr um die Ohren fliegen. Ab dem 15:14 durch Gensheimer, der 5/5 trifft, nutzt Erlangen die nächste Schwächephase der Badener, um bis zur Pause auf 18:14 davonzuziehen.

Löwen-Waterloo in Nürnberg muss schnell und schonungslos aufgearbeitet werden

Steinert eröffnet Durchgang zwei mit dem 19:14 (31.). Nach Gensheimers 19:15 bleiben die Löwen sechs Minuten ohne Tor. Erlangen schraubt das Zwischenergebnis mit einem 5:0-Lauf in dieser Zeit auf 24:15 (38.). Die zweite Auszeit Gärtners samt Einwechslung des siebten Feldspielers verpufft komplett. Das Spiel ist so gut wie entschieden. Zumal die Erlanger in der Offensive nicht eine Sekunde vom Gaspedal gehen. Beim 28:18 sind es erstmals zehn Tore, die zwischen Franken und Badenern liegen (42.).

Am Ende ist es die besagte Katastrophe, müssen sich die Löwen fragen, wie das passieren konnte. „Entschuldigung an unsere Fans“, sagt ein zutiefst enttäuschter Klaus Gärtner am Sky-Mikrofon. Patrick Groetzki findet den Auftritt „peinlich“ und unerklärlich, nachdem man sich zuletzt in Liga wie Pokal deutlich stabilisiert gezeigt habe. Am kommenden Montag zuhause gegen Hannover brauchen die Löwen einen komplett anderen Auftritt. Sonst endet dieses Handball-Jahr aus RNL-Sicht tatsächlich in einem historischen Tief.

Löwen-Waterloo in Nürnberg: Badener leisten sich beim HC Erlangen unzählige Ballverluste und kassieren eine herbe 26:36-Niederlage.
Lukas Nilsson und Uwe Gensheimer laufen zurück in die Abwehr.

HC Erlangen – Rhein-Neckar Löwen 36:26 (18:14)

Erlangen: Ziemer (1.-23., 3 Paraden), Ferlin (ab 24., 7 Paraden) – Steinert (7/3), Büdel (6), Firnhaber (6), Sellin (5), Jeppsson (4), Bissel (3), Fäth (3), Metzner (1), Overby (1), Link, Zechel, Olsson, Leban, Jäger

Löwen: Katsigiannis (1.-43., 7 Paraden), Gruppe (ab 44., 1 Parade) – Schmid (4), Gensheimer (6/2), Zacharias, Kirkeløkke (4), Patrail, Knorr (1), Ahouansou (3), Abutovic, Lagergren (2), Groetzki (1), Horžen (3), Gislason, Nilsson (1), Kohlbacher (1)

Trainer: Michael Haaß – Klaus Gärtner

Schiedsrichter: Tanja Kuttler & Maike Merz

Strafminuten: Overby (4) – Kohlbacher (2), Horžen (2), Schmid (2), Gislason (2)

Siebenmeter: 3/3 – 2/2

Spielfilm: 1:0, 2:1, 4:2, 7:4, 8:5, 11:7, 12:8, 12:11, 15:14, 18:14 (HZ), 19:14, 19:15, 24:15, 26:18, 28:18, 33:22, 36:26 (EN)

Der Beitrag Löwen-Waterloo in Nürnberg erschien zuerst auf Rhein-Neckar Löwen.

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